Meine Aktion FEMALE EXTENSION ist ein typisches Beispiel für die Kunstrichtung CYBERFEMINIS-MUS. Unter dem Label CYBERFEMINISMUS gruppieren sich seit einigen Jahren KünstlerInnen, AktivistInnen und TheoretikerInnen, die der männ-lichen Dominanz im Cyberspace auf ungewöhnliche Weise begegnen. Wir nutzen das Potential des Begriffes CYBERFEMINISMUS, das durch seine Widersprüchlichkeit und Ungeklärtheit entsteht. Die Widersprüche kommen aber nicht erst durch die Fusion von „cyber“ und „Feminismus“ zustande, sondern sind bereits in den einzelnen Begriffen und den damit ver-bundenen Assoziationen enthalten. Die Fusion stiftet zusätzliche Verwirrung. Eine wichtige Strategie des CYBERFEMINISMUS ist dabei der Einsatz von Ironie. Ironie handelt von Humor und ernsthaftem Spiel. Nur durch Ironie lassen sich die unvereinbaren Standpunkte und Ausgangspositionen zusammen-halten. Alle diese unvereinbaren Standpunkte sind notwendig und wichtig und erzeugen eine fruchtbare Spannung. Damit ist der CYBERFEMINISMUS nicht nur eine rhetorische Strategie, sondern auch eine politische Methode.

Ein neuer Politik-Begriff ist dringend gefragt. Modelle früherer Jahrzehnte greifen nicht mehr. Der erweiterte Politik-Begriff muß die Möglichkeit bergen, paradox und utopisch zu sein. Er ist oppositionell, kann von verschiedenen Standpunkten aus gleichzeitig argumen-tieren und ermöglicht trotzdem sinnvolles politisches Handeln. Ein Politik-Begriff, der Politik simuliert und gleichzeitig politisch wirksam ist. Mit einem solchen Politik-Begriff begeben wir uns wieder in die Nähe der Kunst.