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'A smart artist makes the machine do the work!'

3 Netzkunst-Generatoren
von Cornelia Sollfrank

im Rahmen der Ausstellung 'Serialität: Reihen und Netze'
Städt. Galerie, Bremen
7. November - 5.Dezember 1999
Eröffnung: 6.November, 19:00 Uhr

Der erste Netzkunst-Generator wurde 1997 während der Arbeit am Projekt 'Female Extension' entwickelt. Für 289 virtuelle Netzkünstlerinnen mußten möglichst kreativ und effektiv Netzkunst-Projekte hergestellt werden. Die Zuhilfenahme eines automatisch arbeitenden Programmes dafür bot sich an. (Dokumentation der gesamten Arbeit siehe: Female Extension Daraus entstand die Idee, den Netzkunst-Generator als eigen-ständige Arbeit weiterzuverfolgen.

Ich beauftragte unterschiedliche ProgrammiererInnen damit, eine individuelle Variante zu entwickeln. Die Vorgabe war, ein Perl-Script zu schreiben, das ausgehend von der Eingabe eines Werk-titels durch einen Benutzer, über die Abfrage mehrerer Such-maschinen gefundenes Material (Bilder und Texte) aus dem World Wide Web, zu einer neuer Website zusammenbaut. Diese auto-matisch generierten Websites sollten unter Nennung des einge-gebenen Künstlernames, in einem Archiv bzw. der net.art Gallery abgespeichert werden können. Die ProgrammiererInnen kamen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen, was unter anderem ver-deutlicht, daß Programmieren keine objektive Tätigkeit ist, sondern von vielen individuellen Entscheidungen abhängt.

Der Netzkunst-Generator rollt die grundsätzlichen Fragen der ['Netz-]kunst' auf. Was bedeutet es, wenn kein/e AutorIn (KünstlerIn) mehr auszumachen ist, der/die UrheberIn im Netz anonym bleiben kann? Mit welchem Material arbeitet die Netz-kunst und welche neue Formen ergeben sich daraus? In welchem Kontext muß Netzkunst stattfinden, um als solche identifizierbar zu sein? Wer hat überhaupt Zugang zu ihr?

Für mich ist diese Arbeit ein weiterer Versuch, die Vorstellung von Netzkunst als kreativem Webdesign auf andere Ebenen des Netzes bzw. der Imagination zu lenken. Gleichzeitig versuche ich die allgemein verbreitete Vorstellung von Netzkunst als Web(site)-Kunst zu ironisieren, indem ich ausgerechnet Websites zu Netz-kunst deklariere, die aus online vorgefundenem Material zufällig generiert worden sind.

Um das Spiel mit tradierten Vorstellungen von Kunst weiter-zutreiben, werde ich in der Ausstellung 'Serialitaet: Reihen und Netze' nicht nur die Generatoren online zur individuellen Nutzung anbieten, sondern dem geneigten Kunstfreund, auch auf Lein-wand ausgedruckte und auf Keilrahmen gespannte, automatisch generierte Netzkunst zur Betrachtung und zum Genuss anbieten.

Mit dem Netzkunst-Generator wird jede/r zum/r NetzkünstlerIn. Geben Sie einfach Ihren Künstlernamen und den Titel Ihres Werkes ein, und der Computer erledigt die Arbeit für Sie!

Besonderen Dank an die ProgrammiererInnen:
Ryan Johnston, generator I
Luka Frelih, generator II
Barbara Thoens und Ralf Prehn, generator III

Städt. Galerie im Buntentor
Buntentorsteinweg 112
28201 Bremen
tel 0421-361-6567